In dieser Rubrik finden Sie aktuelle Informationen rund um die idiopathische Lungenfibrose. Ob Wissenswertes aus dem Bereich Rechtliches und Soziales, hilfreiche Tipps für den Alltag mit IPF oder Ernährungsempfehlungen – bleiben Sie informiert!

Führt Kälte zur Erkältung?

Kälte allein macht nicht krank. Erkältung und Grippe werden durch Viren ausgelöst. Diese haben ein leichteres Spiel in der kalten Jahreszeit: Kalte Luft ist trocken, wodurch sich Viren besser verbreiten können: Sie bleiben bei niedriger Feuchtigkeit länger in der Luft, wodurch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass eine andere Person sie einatmet. Zusätzlich strapaziert trockene Luft die Schleimhäute. In ausgetrocknete Nasenschleimhäute können Viren leichter eindringen und sich dort vermehren. Zudem ist die Nase im Winter öfters kalt – das heißt, die Blutgefäße sind zusammengezogen, damit der Körper möglichst wenig Wärme verliert. Die Durchblutung nimmt ab und die Immunzellen im Blut können Krankheitserreger nicht mehr so gut beseitigen wie sonst. Sind die Erreger also erfolgreich in die Schleimhautzellen eingedrungen, treffen sie nur auf wenig Gegenwehr. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, die Immunabwehr zu unterstützen.

 

Erreger erledigen

Menschen mit IPF neigen zu häufigen Atemwegsinfekten. Eine Möglichkeit zur Vorbeugung ist es, Erregerkontakt möglichst zu vermeiden. Wir können ihnen jedoch nicht immer aus dem Weg gehen: Einkaufswagen, Geld, Schlüssel oder Türklinken sind beliebte Tummelplätze für Krankheitserreger. Die Gegenmaßnahme ist einfach und effektiv: Regelmäßig die Hände mit Seife waschen. Und in der Zeit zwischen dem Händewaschen ist es ratsam, sich nicht mit den Händen ins Gesicht zu fassen. Durch die Corona-Pandemie ist das für die meisten Menschen inzwischen schon zur Gewohnheit geworden. Zusätzlich helfen bei der Vorbeugung warm anziehen und die Raumluft befeuchten.

 

Immunabwehr unterstützen

Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung unter anderem für Menschen über 60 Jahre und für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Beide Kriterien treffen auf fast alle IPF-Patienten zu. Sprechen Sie deswegen Ihren Arzt darauf an, ob auch Sie sich gegen Grippe impfen lassen können.

Auch mit unseren Lebensgewohnheiten können wir unsere Immunabwehr fördern. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse liefert Energie und wichtige Nährstoffe wie Zink und Vitamine. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung ist die Basis für unsere Körperfunktionen und die Immunabwehr. Bei der Ernährung kommt es auf die richtige Balance an: Übergewicht sowie Untergewicht können die Gesundheit beeinträchtigen und bei IPF etwa das Atmen zusätzlich erschweren. Auch Stress kann die Anfälligkeit für Infekte erhöhen, weshalb bewusste Pausen und Entspannung im Alltag einen festen Platz haben sollten.

 

Quellen:

https://www.ambulantes-lungenzentrum-essen.de/medizin/krankheitsbilder/lungenfibrose/ (02.11.2020)

https://www.gesundheitsinformation.de/erkaeltung.2642.de.html (02.11.2020)

https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/lungenfibrose/vorbeugung/ (02.11.2020)

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Influenza/FAQ_Liste.html#FAQId6941656 (02.11.2020)

https://www.spektrum.de/frage/verursacht-kaelte-eine-erkaeltung/1535497 (02.11.2020)

 

 

 

Glühpunsch-Kuchen für einen gemütlichen Nachmittag zu Hause

Variante für Patienten mit Untergewicht:

• 250 g Butter
• 150 g Zucker
• eine Prise Salz
• etwas Vanille
• 250 g Mehl
• 1 Päckchen Backpulver
• 2 TL Kakao
• 5 Eier
• Zimt, Kardamom, Nelken
• 1 Tasse alkoholfreier Glühpunsch

Glühpunsch-Kuchen für einen gemütlichen Nachmittag zu Hause

Variante für Patienten mit Untergewicht:

1. 250 g Butter, 150 g Zucker und eine Prise Salz mit etwas Vanille schaumig rühren.
2. 250 g Mehl mit 1 Päckchen Backpulver und 2 TL Kakao mischen und abwechselnd mit 5 Eiern nach und nach unterrühren.
3. Gewürze nach Belieben zugeben und gut mischen: Zimt, Kardamom, Nelken.
4. Eine Tasse Glühpunsch vorsichtig unterrühren.
5. Den Teig in eine gefettete Backform geben und 60 bis 70 Minuten backen bei 175 °C Umluft oder 200°C Ober-/Unterhitze.
6. Abkühlen lassen und genießen!

Glühpunsch-Kuchen für einen gemütlichen Nachmittag zu Hause

Variante für Patienten mit Übergewicht:

• 250 g Margarine
• 100 g Zucker
• eine Prise Salz
• etwas Vanille
• 250 g Mehl
• 1 Päckchen Backpulver
• 2 TL Kakao
• 5 Eier
• Zimt, Kardamom, Nelken
• 1 Tasse alkoholfreier Glühpunsch

Glühpunsch-Kuchen für einen gemütlichen Nachmittag zu Hause

Variante für Patienten mit Übergewicht:

1. 250 g Margarine, 100 g Zucker und eine Prise Salz mit etwas Vanille schaumig rühren.
2. 250 g Mehl mit 1 Päckchen Backpulver und 2 TL Kakao mischen und abwechselnd mit 5 Eiern nach und nach unterrühren.
3. Gewürze nach Belieben zugeben und gut mischen: Zimt, Kardamom, Nelken.
4. Eine Tasse Glühpunsch vorsichtig unterrühren.
5. Den Teig in eine gefettete Backform geben und 60 bis 70 Minuten backen bei 175 °C Umluft oder 200°C Ober-/Unterhitze.
6. Abkühlen lassen und genießen!

Menschen mit IPF gehören zur Risikogruppe für die Lungenerkrankung COVID-19 und sollten daher ihr Infektionsrisiko so gering wie möglich halten. Dies erschwert insbesondere die Pflege sozialer Kontakte und verändert vielleicht auch die gewohnte Alltagsstruktur. Es gibt jedoch zahlreiche Möglichkeiten, die Zeit zu Hause angenehm zu gestalten – was gut für Stimmung und Selbstwertgefühl ist.

Positive Aktivitäten

Für das psychische Wohlbefinden sind angenehme Tätigkeiten wichtig. Dabei geht es jedoch nicht darum, den ganzen Tag mit Hobbys, Kaffeestündchen und gutem Fernsehprogramm zu füllen, sondern die Abwechslung macht‘s: Wir brauchen eine ausgeglichene Mischung aus angenehmen und notwendigen Tätigkeiten. Zu den notwendigen Tätigkeiten zählen schon kleinere Aufgaben, wie die Spülmaschine ausräumen, Wäsche zusammenlegen, Post beantworten oder Rechnungen bezahlen. Dadurch bescheren wir uns kleine Erfolgserlebnisse, die ebenfalls förderlich für die Stimmung sind.

 

Was sind meine Bedürfnisse?

Womit verbringe ich gerne meine Zeit? Was interessiert mich? Manche Menschen probieren gerne neue Dinge aus, andere finden Entspannung in langjährigen Gewohnheiten. Was zählt, ist seine persönlichen Bedürfnisse zu erkennen und zu erfüllen. Dies sollte stets einen Platz in der Tagesplanung haben, und zwar so, dass die Umsetzung realistisch ist. Je nach momentaner Lebens- und Gesundheitssituation können dies kleinere oder größere Pläne sein. Dass anregende Tätigkeiten während der Corona-Pandemie besonders wichtig sind, betont auch eine Studie der Technischen Universität Dresden. Fallen positive Tätigkeiten weg, kann das die emotionale Belastung verstärken.

                     Tipp

                     Da besonders zu Pandemie-Zeiten viele Menschen auch auf emotionale Unterstützung angewiesen sind, sind vielerorts spezielle                                  Angebote eingerichtet worden, so zum Beispiel das Silbertelefon, eine Telefonhilfestellung für Senioren (0800 470 80 90).

 

Zum Glück gibt es zahlreiche Ideen, für wohltuende und stimmungsaufhellende Aktivitäten, die gemütlich zu Hause möglich sind. Hier finden Sie Vorschläge zur Inspiration:

·         Bewusst Musik hören und sie nicht nur nebenbei laufen lassen

·         Sich Zeit für ein gutes Buch nehmen

·         Essen nach Hause liefern lassen und genießen

·         Filme oder Serien schauen

·         ein Gedächtnistraining ausprobieren

·         Einen Waldspaziergang – auch eine tolle Gelegenheit, um das farbenfrohe Herbstlaub zu fotografieren

·         Gesellschaftsspiele: Brett- und Kartenspiele

·         Gemütlich einem Hörbuch lauschen

·         mit Freunden oder der Familie telefonieren – zum Beispiel als Gruppe per Videotelefonie

·         Knobeln: Kreuzworträtsel oder Sudoku

·         Telefonfreundschaften schließen

·         neue Rezepte ausprobieren und in Ruhe Kochen oder Backen

·         Mini-Garten: auf einer hellen Fensterbank aromatische Kräuter für die Küche ziehen

·         Apps oder Online-Kurse  zur Stärkung der mentale Gesundheit und der eigenen Ressourcen

·         Hand- und Heimwerken: Regale und Hochbeete selbst bauen, Schnitzen, kleine Reparaturen zu Hause selbst übernehmen oder Holz einen neuen Anstrich verpassen

 

 

Quellen:

RKI. Informationen und Hilfestellungen für Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html (29.10.2020)

Universität Regensburg. Psychische Gesundheit während Corona https://www.uni-regensburg.de/psychologie-paedagogik-sport/psychologie-muehlberger-ambulanz/psychische-gesundheit-waehrend-corona/index.html (29.10.2020)

 

Was regelt die Vorsorgevollmacht?

Mit einer Vorsorgevollmacht erlauben Sie einer Person Ihres Vertrauens, wichtige Entscheidungen für Sie zu treffen, wenn Sie Dinge nicht mehr selbstverantwortlich regeln können. So kann sich die Vorsorgevollmacht beispielsweise auf finanzielle Angelegenheiten wie Bankgeschäfte oder Verträge beziehen. Aber auch Fragen der medizinischen Behandlung können Sie auf Ihren Betreuer übertragen. Dieser kann dann im Fall der Fälle einer medizinischen Maßnahme zustimmen oder sie ablehnen. Natürlich tritt die Vorsorgevollmacht erst in Kraft, wenn Sie wichtige Entscheidungen in Ihrem Leben nicht mehr selbst treffen können.

 

Im Ernstfall: Angehörige entscheiden nicht automatisch!

Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, dass Ihre engsten Angehörigen Sie im Ernstfall automatisch gesetzlich vertreten dürfen. Das kann ein Angehöriger nur dann, wenn Sie ihn in einer Vorsorgevollmacht zu Ihrem Betreuer bestimmen. Was passiert, wenn keine Vorsorgevollmacht vorliegt? Im Ernstfall bestimmt dann das Gericht in einem sogenannten Betreuungsverfahren einen rechtlichen Betreuer, der Sie in Ihren Angelegenheiten vertritt – das kann ein Angehöriger, aber auch ein Fremder sein. Mit einer Vorsorgevollmacht schaffen Sie also die Voraussetzung für einen Angehörigen, in Ihrem Sinne zu handeln.

 

Wie verfasse ich eine Vorsorgevollmacht?

Wählen Sie die Person, die Sie bevollmächtigen wollen, sorgfältig aus. Sie sollten ihr uneingeschränkt vertrauen. Die Person sollte Sie gut kennen, um im Ernstfall in Ihrem Sinne handeln zu können. Zudem ist es von Vorteil, wenn sich die Person gut informiert und Durchsetzungskraft besitzt. Sie können auch mehrere Personen bevollmächtigen.

Es empfiehlt sich, in der Vorsorgevollmacht genau zu beschreiben, wozu Sie die bevollmächtigte Person berechtigen und eigene Wünsche für die einzelnen Bereiche zu formulieren. Folgende beispielhafte Fragen können Ihnen beim Erstellen der Vorsorgevollmacht helfen:

·         Wer regelt meine Versicherungs- und Behördenangelegenheiten?

·         Wer kümmert sich um meine Bankgeschäfte?

·         Wer zahlt meine Miete?

·         Wer kümmert sich um meine Online-Aktivitäten, wie beispielsweise mein Email-Postfach oder Social-Media-Accounts?

·         Wer sucht im Ernstfall ein Pflegeheim und kündigt meine Wohnung und damit verbundene Verträge?

·         Wer entscheidet über medizinische Maßnahmen?

Es gibt keine formalen Vorschriften für das Erstellen einer Vorsorgevollmacht. Es empfiehlt sich aber in jedem Fall, die Vollmacht schriftlich festzuhalten. Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz stellt online ein Vordruckformular zur Verfügung. Das Formular kann durch eigene Formulierungen ergänzt und angepasst werden. Die Broschüre „Betreuungsrecht“ des Bundesministeriums gibt hilfreiche Hinweise zum Ausfüllen und beantwortet häufig gestellter Fragen.

Die Beglaubigung der Vollmacht durch einen Notar ist nicht vorgeschrieben, verleiht ihr aber Durchsetzungskraft. Auch beim Verfassen kann es hilfreich sein, sich von einem Notar, Anwalt oder einem Betreuungsverein beraten zu lassen.

Für die Aufbewahrung der Vorsorgevollmacht gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sie können sie selbst an einem der bevollmächtigten Person bekannten Ort aufbewahren oder sie direkt dieser Person aushändigen. Wenn Sie die Vollmacht durch einen Notar beglaubigen lassen, kann dieser die Vollmacht aufbewahren. Beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer können Sie die Vorsorgevollmacht sowie die bevollmächtigte Person registrieren lassen.

 

Es lohnt sich, sich bereits heute mit dem Thema auseinanderzusetzen. Eine Vorsorgevollmacht bietet Ihnen ein hohes Maß an Selbstbestimmung und entlastet im Ernstfall Ihre Angehörigen.

 

Herr Prof. Andreas Günther, die meisten Patienten wissen vermutlich nicht, was die Diagnose idiopathische Lungenfibrose (IPF) für sie bedeutet. Wie erklären Sie es ihnen?

Prof. Andreas Günther: Wichtig ist, dem Patienten ehrlich mitzuteilen, dass die IPF nicht heilbar ist. Es gibt jedoch eine medikamentöse Therapie, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen kann. Da das vernarbte Lungengewebe nicht aufgelöst werden kann, ist ein frühzeitiger Einsatz antifibrotischer Medikamente, die die weitere Vernarbung verhindern können und das Überleben verbessern, angezeigt.

 

Wie vertragen die Patienten die Therapie?

Prof. Andreas Günther: Das Nebenwirkungsprofil ist für eine lebensverlängernde Therapie sehr akzeptabel. Eine gute und belastbare Beziehung zu dem behandelnden Arzt ist sehr wichtig, vor allem während der Medikamenteneinstellung. Der Arzt sollte über mögliche Nebenwirkungen aufklären und dem Patienten aufzeigen, wie er sich in diesem Fall verhalten soll. Es ist nicht gut, wenn Patienten eigenständig eine Therapie absetzen. Sie sollten sich stattdessen an ihren Arzt wenden.

 

Wie motivieren Sie Ihre Patienten, die Therapie beizubehalten?

Prof. Andreas Günther: Als Arzt habe ich keine guten Erfahrungen damit gemacht, jemandem etwas aufzudrängen. Ich erkläre meinen Patienten, welche potenziellen Vorteile sie von der Therapie haben. Die Einsicht muss von ihnen selbst kommen.
Wenn ich die Therapieeinleitung begleite, mit den Patienten über potenzielle Nebenwirkungen spreche und ihnen einen Plan B aufzeige, sehe ich nur selten Schwierigkeiten bei der Einhaltung der Therapie. Die meisten meiner Patienten sind ziemlich motiviert, denn sie wissen, dass die IPF eine lebensbedrohliche Erkrankung ist.

 

Welche Rolle spielen die Angehörigen im Rahmen der Behandlung?

Prof. Andreas Günther: Mit zunehmender Schwere der IPF werden Angehörige wichtiger, sowohl als körperliche Unterstützung als auch bei der Organisation des Lebensumfelds. Natürlich ist die Familie auch ein wertvoller Beistand, wenn es um Gedanken zum Lebensende geht. Genauso wie bei einer Krebserkrankung. IPF-Patienten haben unbehandelt eine ähnliche Lebensperspektive wie Patienten mit Lungenkrebs. Je intakter eine familiäre Beziehung, desto besser ist die Lebensqualität der Patienten.

 

Beziehen Sie die Angehörigen aktiv mit ein?

Prof. Andreas Günther: 60 bis 70 Prozent meiner Patienten kommen in Begleitung ihres Lebenspartners zu mir. Oft ist es sehr beeindruckend, wie gut diese Lebenspartner die Patienten unterstützen.

 

Was raten Sie Betroffenen und ihren Angehörigen?

Prof. Andreas Günther: Sie sollten versuchen, trotz der schwierigen Situation eine lebensbejahende Einstellung zu finden. Für die verbleibende Zeit sollten sie Ziele definieren, die sie von der Erkrankung ablenken und auf diese Weise versuchen, Lebensqualität zu erreichen. Ich kenne Patienten, die sich mit glasklarem Verstand und unerschütterlicher Haltung über die körperlichen Einschränkungen der IPF hinwegsetzen.

WEITERES ZU ERNÄHRUNG  

 

Gerade für Menschen mit einer Idiopathischen Lungenfibrose (IPF) können Süßkartoffeln eine gesunde und willkommene Abwechslung in ihrem Ernährungsplan sein. Süßkartoffeln können aufgrund ihres hohen Nährstoffgehaltes einen wichtigen Beitrag leisten, Fehl- und Mangelernährung vorzubeugen. Außerdem sind sie bei Durchfall gut bekömmlich und können ihm entgegenwirken.

 

Was sind Süßkartoffeln eigentlich?

Der Name trügt – Süßkartoffeln sind nicht mit unseren Kartoffeln verwandt. Sie gehören zu den sogenannten Windengewächsen und bilden Wurzelknollen aus, die genießbar sind. Ursprünglich kommt dieses sehr alte, wärmeliebende Gemüse aus Zentral- und Mittelamerika. Inzwischen wird es auch in den wärmeren europäischen Ländern wie Italien, Spanien oder Portugal angebaut. Im gut sortierten Supermarkt werden Sie das ganze Jahr über die weltweit beliebte Süßkartoffel finden.

 

Unter der Schale liegt die Kraft

Süßkartoffeln enthalten alle Vitamine außer D und B12. Sie gelten als das Gemüse mit dem höchsten Anteil an Carotinoiden, das sind Stoffe, die stark antientzündlich wirken. Genau deshalb sind sie für Menschen mit IPF so interessant. Schon 100 Gramm decken den Tagesbedarf an Beta-Carotin. Allerdings enthalten sie vergleichsweise viel Zucker. Für eine Low-Carb-Diät, bei der auf Zucker weitgehend verzichtet wird, oder für Menschen, die aus anderen Gründen nicht so viel Zucker essen wollen oder dürfen, sind Süßkartoffeln daher nicht so gut geeignet.

 

Oxalsäure

Einen kleinen Nachteil haben Süßkartoffeln dann allerdings doch: Sie enthalten Oxalsäure, ähnlich wie Spinat oder Rhabarber. Oxalsäure verschlechtert die Bioverfügbarkeit von Mineralstoffen wie Calcium oder Magnesium. Das bedeutet, dass weniger von diesen Stoffen wirklich im Organismus ankommen. Daher sollten Sie Süßkartoffeln besser nur in Maßen genießen. Tipp: Durch Kochen können Sie den Oxalsäuregehalt der Süßkartoffel verringern. Menschen, die zur Bildung von Nierensteinen neigen oder Nierenprobleme haben, sollten das Wurzelgemüse jedoch besser ganz meiden.

 

Ein vielfältiger Alleskönner

Es gibt viele verschiedene Sorten von Süßkartoffeln. Alle schmecken leicht süßlich und erinnern an gekochte Möhren. Besonders aromatisch und reich an wertvollem Beta-Carotin sind rotfleischige Sorten. Je nach Zubereitung sind die leichtverdaulichen Süßkartoffeln schön weich und saftig. Sie schmecken gebacken oder geröstet, roh oder sogar frittiert als Pommes frites. Süßkartoffeln können Reis, Kartoffeln oder Nudeln ersetzen. Sie lassen sich vielseitig verwenden und sorgen für gesunde Abwechslung im Menüplan.

 

Quellen:

https://pulmonaryfibrosisnews.com/2016/10/28/nutrition-for-pulmonary-fibrosis-sweet-potatoes/

https://cspinet.org/eating-healthy/what-eat/10-best-foods

http://www.bzfe.de/inhalt/suesskartoffel-32259.html

WEITERES ZU ALLTAG MIT IPF  

Die allgemeinen Maßnahmen gegen eine Corona-Infektion, wie das Tragen einer Maske, Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln, verringern auch das Risiko, sich an der saisonalen Grippe anzustecken. Diesen positiven Effekt können Sie besonders gut durch eine Grippeimpfung verstärken und sich so effektiv gegen eine Erkrankung und mögliche Komplikationen schützen.

 

Warum Sie als IPF-Patient besonders von der Grippeimpfung profitieren können

Jedes Jahr verursacht das sogenannte Influenzavirus vom Typ A oder B viele Grippefälle. Ärzte raten besonders Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie IPF, Immungeschwächten, Schwangeren oder älteren Menschen zur regelmäßigen Grippeimpfung. Die Impfungen, die für den jeweiligen Versicherten empfohlen werden,  werden sowohl von den gesetzlichen als auch von den privaten Krankenkassen getragen.

Gerade Menschen mit IPF können von einer rechtzeitigen Impfung profitieren, denn ihr Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ist sowohl bei COVID-19 als auch bei einer Influenza erhöht. Eine mögliche Komplikation der saisonalen Grippe ist zudem eine Lungenentzündung, die für IPF-Patienten gefährlich sein kann. Wer gegen Grippe geimpft ist, kann zwar noch krank werden, der Verlauf der Erkrankung ist jedoch nachweislich milder und Komplikationen seltener.

Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt darüber, ob eine Grippeimpfung für Sie empfehlenswert ist, er kennt Sie und Ihr Krankheitsbild am besten und kann die Entscheidung gemeinsam mit Ihnen treffen.

 

Warum ist jedes Jahr eine neue Impfung nötig?

Sie haben sich bereits im letzten Jahr gegen Grippe impfen lassen? Sehr gut! Aber da jedes Jahr mit anderen Stämmen des Grippevirus zu rechnen ist, ist es gut, wenn Sie eine Grippeimpfung regelmäßig auffrischen. Welche Virusstämme konkret auftreten, ist vor Beginn der Grippesaison schwer voraussagbar. Die Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO beobachten genau, welche Grippeviren aktuell weltweit zirkulieren, und empfehlen die jeweilige Zusammensetzung des Impfstoffs.

 

Wann sollte ich mich impfen lassen?

Oktober oder November ist grundsätzlich ein guter Zeitpunkt für eine Grippeimpfung, so die STIKO (STändige ImpfKOmission: eine Expertenrunde, die Impfempfehlungen für Deutschland entwickelt). Aber auch später ist eine Impfung noch sinnvoll und besser als gar kein Grippeschutz. Es dauert ca. 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. So lange braucht Ihr Immunsystem nach der Impfung, um Antikörper zu bilden.

 

Wie gut verträglich ist der Impfstoff?

Erfahrungsgemäß ist der Impfstoff gut verträglich. Manchmal treten Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle oder allgemeine Reaktionen wie Müdigkeit, erhöhte Temperatur, Schwitzen oder Gliederschmerzen auf. Das ist ganz normal, denn Ihr Immunsystem reagiert auf den Impfstoff und bildet Abwehrzellen. Sprechen Sie bei anhaltenden Beschwerden aber trotzdem immer mit Ihrem Arzt.

 

Wann sollte ich mich nicht impfen lassen?

Die Impfung sollte nicht durchgeführt werden, wenn Sie Fieber (Körpertemperatur mehr als 38,5°C) haben oder an einer akuten Infektion leiden. Es kann außerdem vorkommen, dass Sie gegen bestimmte Bestandteile des Impfstoffes allergisch sind, wie zum Beispiel Hühnereiweis. Bestimmte Impfstoffe sind auch nicht geeignet, wenn Sie eine Immunschwäche oder Asthma haben. Ihr behandelnder Arzt kann Sie zu Ihrer persönlichen Situation beraten und mit Ihnen über Alternativen sprechen.

 

Quellen:

https://www.lungeninformationsdienst.de/praevention/impfen/grippeschutzimpfung/index.html

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/115184/Impfkommission-Grippeimpfung-trotz-Corona-vor-allem-fuer-Risikogruppen

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2020/Ausgaben/32-33_20.pdf?__blob=publicationFile

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/114263/Influenza-Grosse-Impfluecken-bei-chronisch-kranken-Patienten

https://www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-erwachsene/grippe-influenza.html

WEITERES ZU RECHTLICHES & SOZIALES  

 

Mit Überlegungen, wie wir die letzte Phase unseres Lebens verbringen wollen, setzen wir uns selten gerne auseinander und verdrängen im Alltag häufig jeden Gedanken an das eigene Lebensende. Viele Menschen, die selbst in einer gesundheitlich schwierigen Phase sind, beschäftigen sich jedoch intensiv mit dieser Thematik. Ihnen als Betroffener kann es Halt und Ruhe geben, wenn sie wichtige Entscheidungen über diesen Lebensabschnitt selbst treffen und Dinge regeln und ordnen können.

 

Tipp: Unter www.fightipf.de können Sie die Broschüre „Ich sorge vor“ herunterladen. Hier finden Sie viele Anregungen, wie Sie Voraussetzungen für andere schaffen, im Notfall in Ihrem Sinne zu handeln.

 

Palliative Versorgung: Lebensqualität verbessern

Zunächst gilt es, Ihre gesundheitliche Situation so zu stabilisieren, dass Sie möglichst schmerzfrei sind. Ihr Lungenfacharzt wird Ihnen eventuell eine palliative Betreuung anbieten. Das heißt, ein Palliativteam sorgt dafür, Ihre Lebensqualität und Ihre Lebenssituation trotz Ihrer Erkrankung zu verbessern.

Im Team arbeiten viele Berufsgruppen zusammen: Ärzte und Pflegepersonen, aber auch Physiotherapeuten, Ernährungstherapeuten, Psychologen und Psychotherapeuten, Sozialarbeiter und Seelsorger. Sie betreuen nicht nur Sie als Patienten, sondern auf Wunsch auch Ihr gesamtes Umfeld inklusive Ihrer Familienmitglieder.

 

Betreuungsmöglichkeiten für IPF-Patienten in schwierigen Zeiten

Abhängig von Ihrer körperlichen Verfassung und Ihren persönlichen Wünschen, Ihrer individuellen Lebenssituation – z. B. ob Sie allein leben oder mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin, ob Sie Freunde oder Angehörige haben, die Sie versorgen können – kommt für Sie vielleicht eine stationäre Betreuung in einem Hospiz infrage. Hospize bieten schwerstkranken Menschen einen Ort, an dem sie auf ihrem letzten Weg versorgt und begleitet werden, damit sie an ihrem Lebensende in Würde Abschied nehmen können. Das Hospizteam wird Sie und Ihre Angehörigen unterstützen und Ihre Lebensqualität bestmöglich erhalten.

Nicht zuletzt hängt es auch von Ihrem Wohnort ab, ob zum Beispiel eine stationäre Hospizversorgung in Ihrer Nähe möglich ist.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten der Versorgung: stationär oder ambulant.

 

Ambulante Hospizdienste

Ein Wunsch, den die meisten schwerkranken Menschen haben, ist, möglichst lange zu Hause im vertrauten Umfeld bleiben zu können. Das ermöglichen ambulante Hospizdienste. Ihre meist ehrenamtlichen Mitarbeiter unterstützen und begleiten Betroffene und ihre Angehörigen psychosozial und übernehmen verschiedene Aufgaben.

Stationäre Hospize

Ist eine Versorgung zu Hause nicht möglich und eine Krankenhausbehandlung nicht notwendig oder gewünscht, können Sie in einem stationären Hospiz aufgenommen werden. Ein solches Hospiz ist eine eigenständige Einrichtung mit durchschnittlich etwa zehn Betten. Hier übernehmen haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit palliativmedizinisch erfahrenen (Haus-)Ärzten Ihre ganzheitliche Pflege und Versorgung. In manchen Hospizen ist es möglich, dass Angehörige übernachten. Einzelheiten dazu erfragen Sie am besten direkt vor Ort im Hospiz. Auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin finden Sie Adressen in Ihrer Nähe.

Nicht selten können Sie im Hospiz auch wieder neue Kräfte sammeln, sodass Sie wieder nach Hause können. Belastende Symptome wie Atemnot schwächen sich unter Umständen ab. In einer Umgebung, in der Sie umfassend und liebevoll versorgt werden, können Sie Ängste und Sorgen vielleicht einfacher loslassen und fühlen sich besser.

Palliativstationen im Krankenhaus

Viele Krankenhäuser haben eigenständige Palliativstationen, die besonders wohnlich gestaltet sind. Oft werden sie durch geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützt. Häufig bieten Krankenhäuser auch einen speziellen Palliativdienst für stationäre Patienten an, die außerhalb der Palliativstation des Krankenhauses untergebracht sind.

Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung

Speziell ausgebildete Teams ermöglichen auch solchen Patienten eine Versorgung und Betreuung zu Hause, die besonders aufwändig versorgt werden müssen.

 

Wer hat Anspruch auf Palliative Versorgung?

Jeder Mensch mit einer Erkrankung, bei der eine Heilung nicht mehr möglich ist, hat das Recht, in einem Hospiz aufgenommen zu werden, sofern er das wünscht. Die Aufnahmebedingungen für ein Hospiz sind gesetzlich im SGB V § 39a geregelt: Zunächst muss Ihr Arzt und anschließend auch der Medizinische Dienst der Krankenkasse (MDK) Ihre Versorgung in einem Hospiz befürworten.

Sämtliche Kosten der palliativen Versorgung – auch für ambulante Dienste – übernimmt die Krankenkasse bzw. die Pflegeversicherung.

Werden Sie in einem Pflegeheim betreut, gehen die Krankenkassen in der Regel davon aus, dass das Pflegeheim eine umfassende palliative Sterbebegleitung auch bei Schwerstkranken leisten kann. Ein Hospiz wird dann nicht bewilligt.

 

Weitere Infos rund um das Thema Hospiz und Sterbebegleitung

Infos erhalten Sie auch über den Sozialdienst Ihres behandelnden Krankenhauses oder über den Deutschen Hospizverein oder die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin. Hier können Sie auch palliative Angebote in Ihrer Nähe suchen.

 

Quellen:

https://www.dhpv.de/                                      

https://www.buzer.de/s1.htm?g=Hospiz-+und+Palliativgesetz&f=1

https://www.dgpalliativmedizin.de/neuigkeiten/informationen-fuer-patienten-und-angehoerige.html

https://wegweiser-hospiz-palliativmedizin.de/

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/h/hospiz.html

https://www.stiftung-patientenschutz.de/service/recht-und-gesetz/hospiz

https://www.pflege.de/pflegegesetz-pflegerecht/palliativgesetz/

https://www.palliativ-portal.de