In dieser Rubrik finden Sie aktuelle Informationen rund um die idiopathische Lungenfibrose. Ob Wissenswertes aus dem Bereich Rechtliches und Soziales, hilfreiche Tipps für den Alltag mit IPF oder Ernährungsempfehlungen – bleiben Sie informiert!

Gerade für Menschen mit einer Idiopathischen Lungenfibrose (IPF) können Süßkartoffeln eine gesunde und willkommene Abwechslung in ihrem Ernährungsplan sein. Süßkartoffeln können aufgrund ihres hohen Nährstoffgehaltes einen wichtigen Beitrag leisten, Fehl- und Mangelernährung vorzubeugen. Außerdem sind sie bei Durchfall gut bekömmlich und können ihm entgegenwirken.

 

Was sind Süßkartoffeln eigentlich?

Der Name trügt – Süßkartoffeln sind nicht mit unseren Kartoffeln verwandt. Sie gehören zu den sogenannten Windengewächsen und bilden Wurzelknollen aus, die genießbar sind. Ursprünglich kommt dieses sehr alte, wärmeliebende Gemüse aus Zentral- und Mittelamerika. Inzwischen wird es auch in den wärmeren europäischen Ländern wie Italien, Spanien oder Portugal angebaut. Im gut sortierten Supermarkt werden Sie das ganze Jahr über die weltweit beliebte Süßkartoffel finden.

 

Unter der Schale liegt die Kraft

Süßkartoffeln enthalten alle Vitamine außer D und B12. Sie gelten als das Gemüse mit dem höchsten Anteil an Carotinoiden, das sind Stoffe, die stark antientzündlich wirken. Genau deshalb sind sie für Menschen mit IPF so interessant. Schon 100 Gramm decken den Tagesbedarf an Beta-Carotin. Allerdings enthalten sie vergleichsweise viel Zucker. Für eine Low-Carb-Diät, bei der auf Zucker weitgehend verzichtet wird, oder für Menschen, die aus anderen Gründen nicht so viel Zucker essen wollen oder dürfen, sind Süßkartoffeln daher nicht so gut geeignet.

 

Oxalsäure

Einen kleinen Nachteil haben Süßkartoffeln dann allerdings doch: Sie enthalten Oxalsäure, ähnlich wie Spinat oder Rhabarber. Oxalsäure verschlechtert die Bioverfügbarkeit von Mineralstoffen wie Calcium oder Magnesium. Das bedeutet, dass weniger von diesen Stoffen wirklich im Organismus ankommen. Daher sollten Sie Süßkartoffeln besser nur in Maßen genießen. Tipp: Durch Kochen können Sie den Oxalsäuregehalt der Süßkartoffel verringern. Menschen, die zur Bildung von Nierensteinen neigen oder Nierenprobleme haben, sollten das Wurzelgemüse jedoch besser ganz meiden.

 

Ein vielfältiger Alleskönner

Es gibt viele verschiedene Sorten von Süßkartoffeln. Alle schmecken leicht süßlich und erinnern an gekochte Möhren. Besonders aromatisch und reich an wertvollem Beta-Carotin sind rotfleischige Sorten. Je nach Zubereitung sind die leichtverdaulichen Süßkartoffeln schön weich und saftig. Sie schmecken gebacken oder geröstet, roh oder sogar frittiert als Pommes frites. Süßkartoffeln können Reis, Kartoffeln oder Nudeln ersetzen. Sie lassen sich vielseitig verwenden und sorgen für gesunde Abwechslung im Menüplan.

 

Wir haben für Sie ein köstliches und gesundes Rezept herausgesucht!

 

Quellen:

https://pulmonaryfibrosisnews.com/2016/10/28/nutrition-for-pulmonary-fibrosis-sweet-potatoes/

https://cspinet.org/eating-healthy/what-eat/10-best-foods

http://www.bzfe.de/inhalt/suesskartoffel-32259.html

Gebackene Süßkartoffel mit Quark-Dip

Variante für Patienten mit Untergewicht:

• 2 mittelgroße bis große Süßkartoffeln
• etwas grobes Meersalz
• 125 g Quark
• 75 g Joghurt
• 1/2 TL Salz
• Etwas frischer Schnittlauch
• 1 Frühlingszwiebeln
• 1/2 rote Paprika
• 1/2 EL Zitronensaft
• 1/2 TL Honig
• etwas Pfeffer

Gebackene Süßkartoffel mit Quark-Dip

Variante für Patienten mit Untergewicht:

1. Die Süßkartoffeln unter fließendem Wasser waschen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
2. Die Süßkartoffeln mit dem groben Meersalz bestreuen und im vorgeheizten Backofen für 1 Stunde bei 200°C Ober-Unterhitze (180°C Umluft) backen lassen. Wer möchte, kann die Süßkartoffeln auch zuerst kochen und anschließend backen. Das verringert den Oxalsäuregehalt.
3. Während die Süßkartoffeln im Ofen sind, den Magerquark mit dem Joghurt, Salz, etwas Pfeffer, Honig und dem Zitronensaft gut verrühren. Für eine kalorienreichere Variante nutzen sie Quark und Joghurt mit einem höheren Fettgehalt.
4. Den Schnittlauch und die Frühlingszwiebel waschen und in feine Ringe schneiden. Paprika waschen, entkernen und grob würfeln.
5. Nun das geschnippelte Gemüse in die Quark-Joghurt-Masse geben und gut unterrühren.
6. Nach einer Stunde die Kartoffeln aus dem Ofen holen, an der Oberseite längs einschneiden und etwas zu beiden Seiten aufdrücken.
7. Die Kartoffeln mit der Quarkmischung füllen. Guten Appetit!

Gebackene Süßkartoffel mit Quark-Dip

Variante für Patienten mit Übergewicht:

• 2 mittelgroße bis große Süßkartoffeln
• etwas grobes Meersalz
• 125 g Magerquark
• 75 g fettarmer Joghurt
• 1/2 TL Salz
• Etwas frischer Schnittlauch
• 1 Frühlingszwiebeln
• 1/2 rote Paprika
• 1/2 EL Zitronensaft
• 1/2 TL Honig
• etwas Pfeffer

Gebackene Süßkartoffel mit Quark-Dip

Variante für Patienten mit Übergewicht:

1. Die Süßkartoffeln unter fließendem Wasser waschen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
2. Die Süßkartoffeln mit dem groben Meersalz bestreuen und im vorgeheizten Backofen für 1 Stunde bei 200°C Ober-Unterhitze (180°C Umluft) backen lassen. Wer möchte, kann die Süßkartoffeln auch zuerst kochen und anschließend backen. Das verringert den Oxalsäuregehalt.
3. Während die Süßkartoffeln im Ofen sind, den Magerquark mit dem Joghurt, Salz, etwas Pfeffer, Honig und dem Zitronensaft gut verrühren.
4. Den Schnittlauch und die Frühlingszwiebel waschen und in feine Ringe schneiden. Paprika waschen, entkernen und grob würfeln.
5. Nun das geschnippelte Gemüse in die Quark-Joghurt-Masse geben und gut unterrühren.
6. Nach einer Stunde die Kartoffeln aus dem Ofen holen, an der Oberseite längs einschneiden und etwas zu beiden Seiten aufdrücken.
7. Die Kartoffeln mit der Quarkmischung füllen. Guten Appetit!

Die allgemeinen Maßnahmen gegen eine Corona-Infektion, wie das Tragen einer Maske, Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln, verringern auch das Risiko, sich an der saisonalen Grippe anzustecken. Diesen positiven Effekt können Sie besonders gut durch eine Grippeimpfung verstärken und sich so effektiv gegen eine Erkrankung und mögliche Komplikationen schützen.

 

Warum Sie als IPF-Patient besonders von der Grippeimpfung profitieren können

Jedes Jahr verursacht das sogenannte Influenzavirus vom Typ A oder B viele Grippefälle. Ärzte raten besonders Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie IPF, Immungeschwächten, Schwangeren oder älteren Menschen zur regelmäßigen Grippeimpfung. Die Impfungen, die für den jeweiligen Versicherten empfohlen werden,  werden sowohl von den gesetzlichen als auch von den privaten Krankenkassen getragen.

Gerade Menschen mit IPF können von einer rechtzeitigen Impfung profitieren, denn ihr Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ist sowohl bei COVID-19 als auch bei einer Influenza erhöht. Eine mögliche Komplikation der saisonalen Grippe ist zudem eine Lungenentzündung, die für IPF-Patienten gefährlich sein kann. Wer gegen Grippe geimpft ist, kann zwar noch krank werden, der Verlauf der Erkrankung ist jedoch nachweislich milder und Komplikationen seltener.

Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt darüber, ob eine Grippeimpfung für Sie empfehlenswert ist, er kennt Sie und Ihr Krankheitsbild am besten und kann die Entscheidung gemeinsam mit Ihnen treffen.

 

Warum ist jedes Jahr eine neue Impfung nötig?

Sie haben sich bereits im letzten Jahr gegen Grippe impfen lassen? Sehr gut! Aber da jedes Jahr mit anderen Stämmen des Grippevirus zu rechnen ist, ist es gut, wenn Sie eine Grippeimpfung regelmäßig auffrischen. Welche Virusstämme konkret auftreten, ist vor Beginn der Grippesaison schwer voraussagbar. Die Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO beobachten genau, welche Grippeviren aktuell weltweit zirkulieren, und empfehlen die jeweilige Zusammensetzung des Impfstoffs.

 

Wann sollte ich mich impfen lassen?

Oktober oder November ist grundsätzlich ein guter Zeitpunkt für eine Grippeimpfung, so die STIKO (STändige ImpfKOmission: eine Expertenrunde, die Impfempfehlungen für Deutschland entwickelt). Aber auch später ist eine Impfung noch sinnvoll und besser als gar kein Grippeschutz. Es dauert ca. 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. So lange braucht Ihr Immunsystem nach der Impfung, um Antikörper zu bilden.

 

Wie gut verträglich ist der Impfstoff?

Erfahrungsgemäß ist der Impfstoff gut verträglich. Manchmal treten Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle oder allgemeine Reaktionen wie Müdigkeit, erhöhte Temperatur, Schwitzen oder Gliederschmerzen auf. Das ist ganz normal, denn Ihr Immunsystem reagiert auf den Impfstoff und bildet Abwehrzellen. Sprechen Sie bei anhaltenden Beschwerden aber trotzdem immer mit Ihrem Arzt.

 

Wann sollte ich mich nicht impfen lassen?

Die Impfung sollte nicht durchgeführt werden, wenn Sie Fieber (Körpertemperatur mehr als 38,5°C) haben oder an einer akuten Infektion leiden. Es kann außerdem vorkommen, dass Sie gegen bestimmte Bestandteile des Impfstoffes allergisch sind, wie zum Beispiel Hühnereiweis. Bestimmte Impfstoffe sind auch nicht geeignet, wenn Sie eine Immunschwäche oder Asthma haben. Ihr behandelnder Arzt kann Sie zu Ihrer persönlichen Situation beraten und mit Ihnen über Alternativen sprechen.

 

Quellen:

https://www.lungeninformationsdienst.de/praevention/impfen/grippeschutzimpfung/index.html

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/115184/Impfkommission-Grippeimpfung-trotz-Corona-vor-allem-fuer-Risikogruppen

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2020/Ausgaben/32-33_20.pdf?__blob=publicationFile

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/114263/Influenza-Grosse-Impfluecken-bei-chronisch-kranken-Patienten

https://www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-erwachsene/grippe-influenza.html

Mit Überlegungen, wie wir die letzte Phase unseres Lebens verbringen wollen, setzen wir uns selten gerne auseinander und verdrängen im Alltag häufig jeden Gedanken an das eigene Lebensende. Viele Menschen, die selbst in einer gesundheitlich schwierigen Phase sind, beschäftigen sich jedoch intensiv mit dieser Thematik. Ihnen als Betroffener kann es Halt und Ruhe geben, wenn sie wichtige Entscheidungen über diesen Lebensabschnitt selbst treffen und Dinge regeln und ordnen können.

 

Tipp: Unter www.fightipf.de können Sie die Broschüre „Ich sorge vor“ herunterladen. Hier finden Sie viele Anregungen, wie Sie Voraussetzungen für andere schaffen, im Notfall in Ihrem Sinne zu handeln.

 

Palliative Versorgung: Lebensqualität verbessern

Zunächst gilt es, Ihre gesundheitliche Situation so zu stabilisieren, dass Sie möglichst schmerzfrei sind. Ihr Lungenfacharzt wird Ihnen eventuell eine palliative Betreuung anbieten. Das heißt, ein Palliativteam sorgt dafür, Ihre Lebensqualität und Ihre Lebenssituation trotz Ihrer Erkrankung zu verbessern.

Im Team arbeiten viele Berufsgruppen zusammen: Ärzte und Pflegepersonen, aber auch Physiotherapeuten, Ernährungstherapeuten, Psychologen und Psychotherapeuten, Sozialarbeiter und Seelsorger. Sie betreuen nicht nur Sie als Patienten, sondern auf Wunsch auch Ihr gesamtes Umfeld inklusive Ihrer Familienmitglieder.

 

Betreuungsmöglichkeiten für IPF-Patienten in schwierigen Zeiten

Abhängig von Ihrer körperlichen Verfassung und Ihren persönlichen Wünschen, Ihrer individuellen Lebenssituation – z. B. ob Sie allein leben oder mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin, ob Sie Freunde oder Angehörige haben, die Sie versorgen können – kommt für Sie vielleicht eine stationäre Betreuung in einem Hospiz infrage. Hospize bieten schwerstkranken Menschen einen Ort, an dem sie auf ihrem letzten Weg versorgt und begleitet werden, damit sie an ihrem Lebensende in Würde Abschied nehmen können. Das Hospizteam wird Sie und Ihre Angehörigen unterstützen und Ihre Lebensqualität bestmöglich erhalten.

Nicht zuletzt hängt es auch von Ihrem Wohnort ab, ob zum Beispiel eine stationäre Hospizversorgung in Ihrer Nähe möglich ist.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten der Versorgung: stationär oder ambulant.

 

Ambulante Hospizdienste

Ein Wunsch, den die meisten schwerkranken Menschen haben, ist, möglichst lange zu Hause im vertrauten Umfeld bleiben zu können. Das ermöglichen ambulante Hospizdienste. Ihre meist ehrenamtlichen Mitarbeiter unterstützen und begleiten Betroffene und ihre Angehörigen psychosozial und übernehmen verschiedene Aufgaben.

Stationäre Hospize

Ist eine Versorgung zu Hause nicht möglich und eine Krankenhausbehandlung nicht notwendig oder gewünscht, können Sie in einem stationären Hospiz aufgenommen werden. Ein solches Hospiz ist eine eigenständige Einrichtung mit durchschnittlich etwa zehn Betten. Hier übernehmen haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit palliativmedizinisch erfahrenen (Haus-)Ärzten Ihre ganzheitliche Pflege und Versorgung. In manchen Hospizen ist es möglich, dass Angehörige übernachten. Einzelheiten dazu erfragen Sie am besten direkt vor Ort im Hospiz. Auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin finden Sie Adressen in Ihrer Nähe.

Nicht selten können Sie im Hospiz auch wieder neue Kräfte sammeln, sodass Sie wieder nach Hause können. Belastende Symptome wie Atemnot schwächen sich unter Umständen ab. In einer Umgebung, in der Sie umfassend und liebevoll versorgt werden, können Sie Ängste und Sorgen vielleicht einfacher loslassen und fühlen sich besser.

Palliativstationen im Krankenhaus

Viele Krankenhäuser haben eigenständige Palliativstationen, die besonders wohnlich gestaltet sind. Oft werden sie durch geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützt. Häufig bieten Krankenhäuser auch einen speziellen Palliativdienst für stationäre Patienten an, die außerhalb der Palliativstation des Krankenhauses untergebracht sind.

Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung

Speziell ausgebildete Teams ermöglichen auch solchen Patienten eine Versorgung und Betreuung zu Hause, die besonders aufwändig versorgt werden müssen.

 

Wer hat Anspruch auf Palliative Versorgung?

Jeder Mensch mit einer Erkrankung, bei der eine Heilung nicht mehr möglich ist, hat das Recht, in einem Hospiz aufgenommen zu werden, sofern er das wünscht. Die Aufnahmebedingungen für ein Hospiz sind gesetzlich im SGB V § 39a geregelt: Zunächst muss Ihr Arzt und anschließend auch der Medizinische Dienst der Krankenkasse (MDK) Ihre Versorgung in einem Hospiz befürworten.

Sämtliche Kosten der palliativen Versorgung – auch für ambulante Dienste – übernimmt die Krankenkasse bzw. die Pflegeversicherung.

Werden Sie in einem Pflegeheim betreut, gehen die Krankenkassen in der Regel davon aus, dass das Pflegeheim eine umfassende palliative Sterbebegleitung auch bei Schwerstkranken leisten kann. Ein Hospiz wird dann nicht bewilligt.

 

<h2>Weitere Infos rund um das Thema Hospiz und Sterbebegleitung

Infos erhalten Sie auch über den Sozialdienst Ihres behandelnden Krankenhauses oder über den Deutschen Hospizverein oder die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin. Hier können Sie auch palliative Angebote in Ihrer Nähe suchen.

 

Quellen:

https://www.dhpv.de/                                      

https://www.buzer.de/s1.htm?g=Hospiz-+und+Palliativgesetz&f=1

https://www.dgpalliativmedizin.de/neuigkeiten/informationen-fuer-patienten-und-angehoerige.html

https://wegweiser-hospiz-palliativmedizin.de/

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/h/hospiz.html

https://www.stiftung-patientenschutz.de/service/recht-und-gesetz/hospiz

https://www.pflege.de/pflegegesetz-pflegerecht/palliativgesetz/

https://www.palliativ-portal.de

Herr Prof. Andreas Günther, die meisten Patienten wissen vermutlich nicht, was die Diagnose idiopathische Lungenfibrose (IPF) für sie bedeutet. Wie erklären Sie es ihnen?

Prof. Andreas Günther: Wichtig ist, dem Patienten ehrlich mitzuteilen, dass die IPF nicht heilbar ist. Es gibt jedoch eine medikamentöse Therapie, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen kann. Da das vernarbte Lungengewebe nicht aufgelöst werden kann, ist ein frühzeitiger Einsatz antifibrotischer Medikamente, die die weitere Vernarbung verhindern können und das Überleben verbessern, angezeigt.

 

Wie vertragen die Patienten die Therapie?

Prof. Andreas Günther: Das Nebenwirkungsprofil ist für eine lebensverlängernde Therapie sehr akzeptabel. Eine gute und belastbare Beziehung zu dem behandelnden Arzt ist sehr wichtig, vor allem während der Medikamenteneinstellung. Der Arzt sollte über mögliche Nebenwirkungen aufklären und dem Patienten aufzeigen, wie er sich in diesem Fall verhalten soll. Es ist nicht gut, wenn Patienten eigenständig eine Therapie absetzen. Sie sollten sich stattdessen an ihren Arzt wenden.

 

Wie motivieren Sie Ihre Patienten, die Therapie beizubehalten?

Prof. Andreas Günther: Als Arzt habe ich keine guten Erfahrungen damit gemacht, jemandem etwas aufzudrängen. Ich erkläre meinen Patienten, welche potenziellen Vorteile sie von der Therapie haben. Die Einsicht muss von ihnen selbst kommen.
Wenn ich die Therapieeinleitung begleite, mit den Patienten über potenzielle Nebenwirkungen spreche und ihnen einen Plan B aufzeige, sehe ich nur selten Schwierigkeiten bei der Einhaltung der Therapie. Die meisten meiner Patienten sind ziemlich motiviert, denn sie wissen, dass die IPF eine lebensbedrohliche Erkrankung ist.

 

Welche Rolle spielen die Angehörigen im Rahmen der Behandlung?

Prof. Andreas Günther: Mit zunehmender Schwere der IPF werden Angehörige wichtiger, sowohl als körperliche Unterstützung als auch bei der Organisation des Lebensumfelds. Natürlich ist die Familie auch ein wertvoller Beistand, wenn es um Gedanken zum Lebensende geht. Genauso wie bei einer Krebserkrankung. IPF-Patienten haben unbehandelt eine ähnliche Lebensperspektive wie Patienten mit Lungenkrebs. Je intakter eine familiäre Beziehung, desto besser ist die Lebensqualität der Patienten.

 

Beziehen Sie die Angehörigen aktiv mit ein?

Prof. Andreas Günther: 60 bis 70 Prozent meiner Patienten kommen in Begleitung ihres Lebenspartners zu mir. Oft ist es sehr beeindruckend, wie gut diese Lebenspartner die Patienten unterstützen.

 

Was raten Sie Betroffenen und ihren Angehörigen?

Prof. Andreas Günther: Sie sollten versuchen, trotz der schwierigen Situation eine lebensbejahende Einstellung zu finden. Für die verbleibende Zeit sollten sie Ziele definieren, die sie von der Erkrankung ablenken und auf diese Weise versuchen, Lebensqualität zu erreichen. Ich kenne Patienten, die sich mit glasklarem Verstand und unerschütterlicher Haltung über die körperlichen Einschränkungen der IPF hinwegsetzen.

WEITERES ZU ERNÄHRUNG  

Eine chronische Erkrankung wie die idiopathische Lungenfibrose (IPF) kann mental eine große Herausforderung sein. Der typische Verlauf einer IPF ist eine fortschreitende Abnahme der Lungenfunktion. Psychisch stabil zu sein, ist gerade für IPF-Patienten wichtig, um ihre Lebensqualität zu erhalten. Die App „7Mind kann helfen, die Aufmerksamkeit bewusst auf das Hier und Jetzt zu lenken – eine Achtsamkeits-Technik, die Studien zufolge Stress reduzieren und das emotionale Wohlbefinden verbessern kann.   

Symptome einer IPF wie eine verminderte Leistungsfähigkeit, Kurzatmigkeit und eine anhaltende Schlaflosigkeit können sehr belastend sein. Für Patienten mit IPF ist es oft anstrengend, ihren Alltag zu meistern. Sogar kleine Aufgaben scheinen manchmal schwer zu bewältigen. Angst- und Ohnmachtsgefühle können dabei zusätzlich zur körperlichen Beeinträchtigung den Allgemeinzustand verschlechtern.

 

Mit Achtsamkeit die Gesundheit stärken

In solchen Situationen ist es wichtig, selbst etwas für seine mentale Gesundheit tun zu können, um mit belastenden Situationen besser zurechtzukommen. Achtsamkeitsübungen können Sie hierbei unterstützen. Mit etwas Übung erlernen Sie einfache Techniken, mit denen Sie Grübeleien und negativen Gedankenspiralen gegensteuern können und insgesamt gelassener werden. Achtsamkeitsübungen und Meditation können Ihnen helfen, sich körperlich und psychisch zu entspannen und Ihre Aufmerksamkeit auf die Gegenwart zu lenken.

Mit geringem täglichen Aufwand können Sie positive Effekte erzielen und zum Beispiel Ihren Schlaf verbessern, sodass Sie wieder mehr Kraft und Energie haben, Ihren Alltag zu bewältigen.

 

Mehr Lebensqualität im Alltag: „7Mind“-Achtsamkeits-App

Mit der App „7Mind“ können Sie ausprobieren, welche Meditations- und Achtsamkeitsübungen zu Ihnen passen. Sie können verschiedene Übungen einfach mitmachen. Sie werden lernen, sich auf den eigenen Körper zu fokussieren und sich selbst und Ihre Bedürfnisse besser wahrzunehmen. „7Mind“ erleichtert Ihnen den Einstieg und unterstützt Sie dabei, gesunde Gewohnheiten in Ihrem Alltag zu verankern. Nur wenige Minuten täglich reichen aus, um erste Ergebnisse zu erzielen und stressbedingte Erkrankungen zu vermeiden.

 

Kleiner Überblick: „7mMind“-Achtsamkeitsübungen

Es gibt unterschiedliche Wege, Achtsamkeit zu trainieren – zum Beispiel:

●       Atemübungen – Ein Klassiker unter den Meditationstechniken. Konzentrieren Sie sich auf die ein- und ausströmende Luft und beobachten Sie, wie der Körper mit Entspannung reagiert. Lernen Sie unterschiedliche Atemübungen kennen, die Sie leicht zwischendurch in Ihren Alltag einbauen können.

 

●       Geist aktivieren – Hier lernen Sie die eigenen Gedanken genau zu beobachten und geistig wach und fokussiert zu sein. Das erfordert einige Übung, denn bei Meditation geht es nicht etwa darum, die Gedanken zu kontrollieren, sondern sie einfach nur wahrzunehmen. Das Kreisen der Gedanken wahrnehmen zu können, ohne sie zu bewerten oder zu unterdrücken, ist bereits ein erster Erfolg.

 

●       Body Scan nach MBSR – Diese Technik aus den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts ist besonders effektiv, um den eigenen Körper besser wahrzunehmen und zu entspannen. Jon Kabat-Zinn hat seine Technik Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR) genannt. Sie schicken Ihre Gedanken auf eine mentale Reise durch Ihren Körper und konzentrieren sich nacheinander auf alle Körperteile. Achten Sie darauf, wie sie sich genau anfühlen, zum Beispiel schwer, warm oder kalt. Durch die achtsame Konzentration auf die eigene Wahrnehmung kommen Sie zur Ruhe und entspannen.

 

●       Visualisierung – Gedankenreisen können wie ein Kurzurlaub wirken. Stellen Sie sich vor, wie Sie im Wald spazieren gehen, das Zwitschern der Vögel hören, das vom Laub der Bäume gedämpfte Licht wahrnehmen, wie sich der weiche Waldboden unter Ihren Füßen anfühlt. Je intensiver Sie sich unterschiedliche Sinneswahrnehmungen vorstellen, desto intensiver können Sie entspannen und eine Auszeit vom Alltag nehmen.

Nicht immer gelingt es sofort, sich wirklich zu entspannen und alles gelassener zu sehen. „7Mind“ unterstützt Sie dabei, Achtsamkeit und Meditation im Alltag zu trainieren und zu einer gesunden Gewohnheit werden zu lassen.

 

 

Quellen:

https://www.zeit.de/karriere/beruf/2013-10/interview-grossmann-achtsamkeitstraining/seite-2

https://dfme-achtsamkeit.de/achtsamkeitsuebungen-alltag/

 

Trinkmenge bei IPF gut ausbalancieren

Gerade für IPF-Patienten ist die richtige Trinkmenge wichtig, um die Produktion von dünnflüssigem Schleim anzuregen, der sich leichter abhusten lässt. Ein Austrocknen des Körpers kann Atemprobleme verschlimmern. Andererseits sollten Sie nicht zu viel trinken. Zu viel Flüssigkeit belastet die Lunge, da sich der Druck in den Blutgefäßen erhöht. Für die richtige Trinkmenge können Sie sich an der durchschnittlich empfohlenen Trinkmenge der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) orientieren: Etwa 1,5 bis 2 Liter pro Tag. In kleinen Portionen können Sie sie gut über den ganzen Tag verteilt trinken. Wenn Sie zum Beispiel jede Stunde ein kleines Glas trinken, haben Sie die empfohlene Menge abends erreicht.

Gut geeignete Getränke

Die DGE empfiehlt generell möglichst ungesüßte Getränke. Geeignet sind kohlensäurearmes Wasser sowie ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder schwarzen Tee dürfen Sie in Ihrer täglichen Flüssigkeitsbilanz mit berücksichtigen. Drei bis vier Tassen Kaffee am Tag gelten als unbedenklich. Auch Saftschorlen sind gut geeignet und enthalten eine natürliche Süße.

Weniger geeignet sind sogenannte Lightgetränke. Sie sind zwar kalorienarm oder sogar -frei, enthalten aber meist viele Lebensmittelzusatzstoffe, wie zum Beispiel Farb-, Aroma- oder Süßstoffe. Ebenfalls meiden sollten Sie zuckerhaltige Limonaden, Brausegetränke, Nektar oder reine Fruchtsäfte.

Vorsicht vor zu viel Säure

Wenn Sie unter Reflux (Sodbrennen) leiden, können saure Lebensmittel und Getränke die Beschwerden verschlimmern. Fruchtsäfte und auch Schorlen mit zu viel Säure sollten Sie besser meiden. Am besten probieren Sie vorsichtig aus, wie viel der säurehaltigen Getränke Sie vertragen.

Richtig trinken bei Durchfall

Manche IPF-Patienten leiden unter Verdauungsproblemen wie Durchfall. Hier ist es besonders wichtig, ausreichend zu trinken, um nicht auszutrocknen. Mineralstoffe wie Kalium, Natrium und Magnesium werden bei Durchfallerkrankungen vermehrt ausgeschwemmt und müssen ersetzt werden. Ihren Elektrolythaushalt können Sie mit salzhaltigen Brühen oder speziellen Elektrolytgetränken wieder ins Gleichgewicht bringen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn sich Ihre Verdauung nicht nach kurzer Zeit normalisiert.

Appetitanregend wirken Salbei- oder Wermuttees, die Sie zu oder zwischen den Mahlzeiten trinken können. Trinken Sie direkt vor den Mahlzeiten möglichst nichts. Schon kleine Mengen können den Appetit schwächen.

Tipp: Genug getrunken? So behalten Sie den Überblick

Stellen Sie Ihre tägliche Trinkmenge bereit. Dann haben Sie einen besseren Überblick und können sich die einzelnen Portionen gut einteilen. Auf diese Weise werden Sie auch daran erinnert, regelmäßig zu trinken. Auch dann, wenn Sie eigentlich keinen Durst verspüren.

Als kleine Abwechslung finden Sie hier ein frisches Getränk-Rezept zum Ausprobieren:

 

Quellen:

https://www.lungeninformationsdienst.de/therapie/leben-mit-krankheit/ernaehrung/index.html#c123420

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/ernaehrungskreis/

https://www.dge.de/presse/newsletterarchiv/2018/04/

 

WEITERES ZU ALLTAG MIT IPF  

Erinnerungshilfen für die richtige Medikation

Im Alltag ist es nicht immer einfach, die Medikamenteneinnahme zu organisieren. Da kann es schon mal vorkommen, dass man die rechtzeitige Medikamenteneinnahme vergisst. Hier können Einnahmeroutinen, wie zum Beispiel feste Uhrzeiten, Erinnerungsstütze sein. Das fällt Ihnen schwer? Vielleicht ist das Stellen eines Weckers oder einer Erinnerung über ihr Smartphone für Sie hilfreicher? Es gibt inzwischen sogar Apps, die Sie bei der Organisation Ihrer Medikamenteneinnahme unterstützen. Manche Apps erinnern Sie zum Beispiel automatisch an die Einnahme der Medikamente oder lassen Sie ihre Körperdaten und Symptome in einem ausdruckbaren PDF dokumentieren, was Sie beim nächsten Arztbesuch mit ihrem Arzt teilen können. Sie vertrauen der Technik nicht so? Dann helfen Ihnen sicher auch Angehörige oder Bekannte gerne bei der regelmäßigen Einnahme. Als weitere Hilfestellung dient zudem eine Medikamentenbox, mit dieser Sie ihre Medikation für eine ganze Woche übersichtlich organisieren können.

Bleiben Sie mit Ihrem Arzt im Gespräch

Trotz aller Vorsicht und Organisation kann es vorkommen, dass man die Medikamenten Einnahme mal vergisst.  In diesem Fall kontaktieren Sie ihren Arzt. Er kann Sie beraten, damit Sie den Therapieplan aufrechterhalten können. Durch das Absetzen oder Reduzieren der Dosis Ihres Medikamentes könnte sich die Wirkung abschwächen oder sogar ganz ausbleiben. Auch unerwünschte Neben- oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten könnten auftreten. Bei Unsicherheiten in Bezug auf die Einnahme Ihrer Medikamente ist Ihr Arzt daher immer der richtige Ansprechpartner. Für eine erfolgreiche Therapie sollten Sie das Verändern der Dosis oder das Aussetzen Ihrer Medikation immer mit dem Arzt besprechen und ihn über den Einnahmeverlauf informieren

 

Medikamenten-Engpässen vorbeugen

Sie selbst sind mit Schlüssel zum Erfolg ihrer Therapie, indem Sie ihre Medikamente regelmäßig und durchgängig einnehmen. Dabei spielt auch ein gesunder Vorrat und die rechtzeitige Bevorratung eine wichtige Rolle. Eine kleine Notiz beim nächsten Arztgespräch oder im Kalender hilft Ihnen dabei rechtzeitig nach einem neuen Rezept zu fragen und Engpässe vorzubeugen.

Tipps zum Umgang mit Medikamenten

●        Prüfen Sie regelmäßig das Haltbarkeitsdatum Ihrer Medikamente. Besonders dann, wenn Sie sie  nicht regelmäßig verwenden. Tragen Sie einen dreimonatlichen Check im Kalender ein.

●        Notieren Sie für Notfallhelfer, welche Medikamente Sie wann und wie einnehmen müssen.

●        Bewahren Sie Ihre Medikamente gemäß Angaben des Herstellers richtig auf: meist dunkel, trocken und kühl. Vorsicht bei Medikamenten, die längere Zeit zum Beispiel in einem heißen Auto gelegen haben. Eventuell verlieren sie ihre Wirkung. Im Zweifelsfall ersetzen Sie solche Medikamente.

 

Quellen:

https://pulmonaryfibrosisnews.com/2019/09/16/managing-medication-chronic-illness/

https://www.medica.de/de/News/Interviews/Aktuelle_Interviews/eMMa_Medikations-App_verbessert_die_Patientenversorgung?utm_source=13-05-2020-1&utm_medium=Email&utm_content=Interview&utm_campaign=Portalnewsletter-2020

WEITERES ZU RECHTLICHES & SOZIALES  

Welche Pflegegrade gibt es?

Es gibt fünf verschiedene Pflegegrade. Sie geben die Beeinträchtigung der betroffenen Person wieder. Diese können körperlicher, geistiger und psychischer Natur sein und werden von einem Gutachter bewertet. Dazu benutzt er ein pflegefachlich begründetes Begutachtungsinstrument: ein Fragenkatalog, anhand dessen er Punkte vergibt. Die Fragen beziehen sich auf sechs Lebensbereiche: Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Belastungen, Selbstversorgung, Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und Gestaltung des Alltags. Für jeden dieser Aspekte vergibt der Gutachter Punkte: wenige Punkte bedeuten, dass der Patient die Aufgaben noch selbst erfüllen kann. Viele Punkte deuten darauf hin, dass der Patient Hilfe benötigt. Abhängig von der Punktezahl wird dann der Pflegegrad vergeben, wobei die sechs Lebensbereiche unterschiedlich schwer gewichtet werden. Die Selbstversorgung ist beispielsweise wichtiger als die Mobilität oder die Gestaltung des Alltags.

Die fünf Pflegegrade unterteilen sich wie folgt:

-          Pflegegrad 1 (12,5 bis 26,5 Punkte): Geringe Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten

-          Pflegegrad 2 (27 bis 47 Punkte): Erhebliche Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten

-          Pflegegrad 3 (47,5 bis 69,5 Punkte): Schwere Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten

-          Pflegegrad 4 (70 bis 89,5 Punkte): Schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten

-          Pflegegrad 5 (90 bis 100 Punkte): Schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

 

Wie beantragen Sie einen Pflegegrad?

Jeder, der in den letzten zehn Jahren vor der Antragstellung zwei Jahre Mitglied in der Pflegekasse war und Beiträge gezahlt hat oder familienversichert war, hat Anspruch auf die Leistungen der Pflegekasse und kann einen Pflegegrad beantragen. Zusätzlich muss noch die Bedingung erfüllt sein, dass die Pflegebedürftigkeit von Dauer ist, das heißt für mindestens  sechs Monate besteht. Dies trifft bei IPF-Patienten in den meisten Fällen zu.

Den Antrag müssen Sie bei der Pflegekasse stellen. Sollten Sie dazu nicht mehr in der Lage sein, können Sie auch Familienangehörige oder Bekannte dazu bevollmächtigen. Ist der Antrag gestellt, beauftragt die Pflegekasse einen Gutachter. Bei gesetzlich Versicherten ist das der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder ein unabhängiger Gutachter. Bei knappschaftlich Versicherten ist das der Sozialmedizinische Dienst (SMD) und bei privat Versicherten der Medizinische Dienst „MEDICPROOF“. Dieser kommt an einem vereinbarten Termin bei Ihnen vorbei und führt die oben beschriebene Begutachtung durch. Unangekündigte Besuche finden nicht statt. Am besten sind bei diesem Termin auch Angehörige oder Betreuer anwesend. So kann der Gutachter ein möglichst umfassendes Bild gewinnen und Sie als Patient haben Unterstützung an Ihrer Seite.

Bei weiteren Fragen können Sie sich immer an Ihren Arzt oder Ihre Versicherung wenden.

 

 

Quellen:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/pflegegrade.html

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/pflegeantrag-und-leistungen/was-pflegegrade-bedeuten-und-wie-die-einstufung-funktioniert-13318